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Am letzten Oktoberwochenende fand in Bad Soden im Ramada Hotel der diesjährige Start des Ramada Cups statt, der offiziell auch als "Deutsche Amateurmeisterschaft" ausgewiesen wird. Diese besteht aus 6 Qualifikationsturnieren an verschiedenen Standorten in Deutschland, mit einem abschließenden Finale, in dem die ersten sechs jeder Gruppe der Qualifikationsturniere gegeneinander spielen.

Am Turnier in Bad Soden nahmen 319 Spieler teil, die nach ihrer Ratingzahl in 6 Gruppen eingeteilt wurden. Einer davon war unser zehnjähriges Mitglied Markus Kirchner. Der hessische Jugend-Auswahlspieler hatte zwar in der Vergangenheit, vor allem im Jugendbereich, schon das eine oder andere Turnier gewonnen. Mit seiner DWZ von 1701 erreichte er aber hier punktgenau die Einteilungsgrenze für die C-Gruppe (1701-1900). Damit war er unter 87 Teilnehmern in dieser Gruppe auf dem letzten Platz der Setzliste platziert und konnte keineswegs als Favorit gelten.

Aufgrund der ungeraden Teilnehmerzahl und des letzten Setzlistenplatzes startete Markus mit einem Freilos ins Turnier. Etwas ärgerlich für ihn, da er vor allem angetreten war, um ein paar schöne Partien zu spielen. Ab der zweiten Runde konnte er dann am Brett seine Spielstärke zeigen. Zunächst gelang ihm überraschend ein Sieg gegen Thomas Endres (DWZ 1780). In der 3. Runde erwartete ihn mit Michael Künitz (DWZ 1874) ein weiterer starker Gegner. Markus konnte die Partie bereits nach dem 19. Zug für sich entscheiden, nachdem er in einer taktischen Variante einen Springer gewann. In der vierten Runde traf Mrkus auf Serzhik Foskanyan (DWZ 1729). Hier kam es zu einer spannenden Partie, die sehr lange ausgeglichen war. Markus entschied sich für den Abtausch aller Figuren mit dem Ziel, im Endspiel einen entscheidenden Vorteil zu erzielen. Dies gelang ihm auch nach zähem Ringen und er konnte mit weißer Weste die letzte Partie gegen Michael Budde (DWZ 1773) vorbereiten, welcher bis dahin ebenfalls 4 Punkte erreicht hatte. Durch den Umstand, dass für beide ein Remis für die Qualifizierung zum Finale reichte, kam es zu einer unspektakulären Partie mit vergleichsweise frühem Remis.  Nun warteten alle gespannt auf die Feinwertung, die bei Punktgleichheit den Ausschlag für die Endplatzierung gab. Und tatsächlich konnte Markus Kirchner aufgrund der besseren Feinwertung knapp die C-Gruppe des Turniers gewinnen.

Über alle vergangenen Jahre betrachtet, dürfte es wohl für die Veranstaltung eine einmalige Situation gewesen sein, dass ein Spieler vom letzten Platz der Setzliste den ersten Platz erreichen konnte. Abgesehen von der gewonnen Finalteilnahme konnte Markus Kirchner auch seine Wertungszahl deutlich verbessern. Die Schachfreunde Schöneck freuen sich über den Erfolg ihres Jugendspielers, der zu den künftigen Hoffnungsträgern des Vereins gehört.  

Links: Teilnehmerliste, Tabelle